Mit Kindern wachsen Achtsamkeit und Dialog
Benedikt Hommel

Dialogarbeit

Die Dialogarbeit sieht alle Teilnehmer einer Dialogrunde als gleichwürdige Partner in einem Such- und Lernprozess. Vorraussetzung ist der radikale Respekt vor der Individualität und der eigenen Lösungsfindung der Teilnehmer.

Der Dialogprozess beruht auf einer Entwicklung der inneren Haltung des Lauschens: uns, den anderen Teilnehmern und unseren Kindern gegenüber. 

Anstelle von Wissensvermittlung stehen im Mittelpunkt des Dialogs ein erfahrungsbezogenes Lernen durch die Lebensgeschichten und Fragen der Teilnehmer. Dieses Lernen geschieht in der persönlichen Auseinandersetzung mit dem, was sich „jetzt“ im gegebenen Moment zeigt, durch die Reflexion des eigenen Denkens, Fühlens, Handelns und Wollens, die biographische Rückschau sowie die individuelle Suche nach Sinn und Spiritualität mit der Verarbeitung sachlicher Informationen. 

Es geht um

-  die Suche nach eigenen Antworten und Möglichkeiten 

-  die eigene Wahrnehmung zu erweitern 

-   eigene Konzepte (als mentale Modelle) zu erkennen, die den Kontakt zu        Mitmenschen und Kindern behindern 

-  die eigenen Kraftquellen zu entdecken 

-  sich der eigenen Haltung und den eigenen Schwerpunkten bewusst zu werden 

-  Vertrauen in die eigenen Kompetenzen und Intuition zurück zu gewinnen 

-  offen und von Herzen Zuhören können 

-  emotionale Kompetenz (Verantwortung für die eigenen Gefühle zu übernehmen) 

-  sich selbst und die Kinder durch die „goldene Brille der Wertschätzung“            anzuschauen

 

Hilfreich ist es in den Dialogrunden, eine Bewusstheit zu bekommen über den Prozess des Zuhörens und Beobachtens. Ich kann den eigenen Beobachter liebevoll beobachten und bemerke dabei vielleicht meinen „eigenen Kritikus“. Dabei kann Neues entstehen, „denn beobachtetes Denken verhält sich anders als unbeobachtetes Denken“ (David Bohm).

Die Teilnehmer können die Inhalte der Seminare entscheidend mitbestimmen. Themen können u.a. sein: Respekt schenken und einfordern, Nähe und Distanz ausbalancieren, Liebe schenken, konstruktiv streiten, Grenzen setzen.